wikschklein

Angela +Andreas
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Zunächst "Herzlichen Glückwunsch“ zu der Entscheidung, dass in den nächsten 15-20 Jahren Ihr Leben von zauberhaften Samtnasen bereichert wird.
Katzen sind Haustiere, welche, artgerecht gehalten und passend zu den Lebensumständen ihrer menschlichen Bezugspersonen ausgesucht, so flexibel wie kaum ein anderes Haustier mit den unterschiedlichsten Lebensmodellen zurechtkommen; vom Familientrubel mit (Klein-)Kindern bis zu allein lebenden Berufstätigen, von der Freilaufkatze in idyllischer Lage bis zum Stubentiger im Asphaltdschungel.
So lange man die elementaren Grundbedürfnisse der Katzen stillt, leben sie zufrieden und ausgeglichen und somit gesund unter den unterschiedlichsten Bedingungen.
In den letzten Jahren hat die Forschung bahnbrechende Details über das Sozialverhalten von Katzen und über die Ernährung herausgefunden, welche den tradierten Einschätzungen und Haltungsempfehlungen (die leider noch von vielen Katzenhaltern und sogar von Tierärzten und Mitarbeitern des Tierschutzes, die sich nicht informiert haben, empfohlen werden), diametral entgegenlaufen.

Damit sich das Zusammenleben mit Felis silvestris catus bei Ihnen erfolgreich gestalten kann, sollten

Sie schon vor dem Einzug ein paar Dinge berücksichtigen:

Zulässigkeit der Katzenhaltung
Katzenhaltung unter Berücksichtigung des Sozialgefüges
Freilauf oder Wohnungshaltung (in Varianten)?
Woher die passende Katze(n) nehmen?
Erstausstattung für Katzen
Artgerechte Ernährung

1. Zulässigkeit der Katzenhaltung
Falls Sie zur Miete wohnen, klären Sie bitte ab, ob Katzenhaltung gestattet ist.

2. Katzenhaltung unter Berücksichtigung des Sozialgefüges
Katzen sind keinesfalls Einzelgänger, wie es ihnen in der Überlieferung nachgesagt wird. Katzen sind, im Gegensatz zu Hunden die in der Meute jagen, Einzeljäger. Ansonsten stehen sie aber in ihrem komplexen Sozialverhalten diesen in keinster Weise nach. In freilebenden, von Menschen unabhängigen Katzenpopulationen finden sich die Katzen in unterschiedlichen Gruppen zusammen. Hierbei handelt es sich vor allem um matriarchale Gruppen einerseits, die aus Kätzinnen mit ihrem weiblichen Nachwuchs bestehen, welche nicht nur die Aufzucht der Jungen miteinander teilen, sondern auch gemeinschaftlich Eindringlinge aus dem Jagdrevier der Gruppe vertreiben. Auf der anderen Seite finden sich die Kater nicht nur außerhalb der Paarungsbereitschaft der Weibchen zu sogenannten Peergroups (Gruppen Gleichrangiger) zusammen,
vielmehr wurde auch beobachtet, dass die miteinander lebenden Kater geradezu "brüderlich" die Reize der rolligen (und sehr promiskuitiven) Katzen teilen.
Darüber hinaus wurden sogar Kater beobachtet, die in den matriarchalen Gruppen nicht nur geduldet
wurden, sondern sich sogar aktiv an der Aufzucht der Jungen beteiligten.
Innerhalb der Gruppen pflegen die jeweiligen Katzen intensive Sozialkontakte, angefangen mit
gegenseitiger Fellpflege bis hin zu engster körperlicher Nähe beim Schlafen.
Aus diesem Grund sollte man Katzen immer mindestens paarweise halten, vorzugsweise als gleichgeschlechtliche Paarung, da dies den natürlichen Gruppen am ehesten entspricht und dabei natürlich auf ähnliche, miteinander kompatible Charaktere achten.
http://zoopsy.free.fr/veille_biblio/social_organization_cat_2004.pdf

Am einfachsten erreicht man dies, indem man zwei Wurfgeschwister aufnimmt. Auch in der freien
Wildbahn bleiben Kätzchen aus einem Wurf, meist nach Geschlechtern getrennt, zeitlebens zusammen, da sie aufgrund der ähnlichen Erbanlagen in der Regel auch sehr gut harmonieren. Falls Wurfgeschwister nicht verfügbar sind, sollten Sie ungefähr gleichaltrige Kätzchen gleichen Geschlechts und mit möglichst ähnlichen Anlagen (zum Beispiel der gleichen Rasse) aufnehmen.
Elementar und absolut unverzichtbar für eine artgerechte Haltung sind diese Kleingruppen für Kätzchen bis zu mindestens einem Jahr. Nach der Trennung von der Mutter und den Geschwistern brauchen junge Katzen unbedingt die Gesellschaft von Artgenossen im gleichen Haushalt, um das in Ansätzen erlernte Sozialverhalten weiter einzuüben und zu verfestigen.
Entzieht man die Katzen in diesem Alter der Gemeinschaft und hält sie allein, so erzieht man sie zu
Einzelgängern, die nicht zum Kontakt mit Artgenossen in der Lage sind. Leider war (und ist) diese
Praxis aufgrund mangelnder Information immer noch gang und gäbe, wodurch auch der falsche
Eindruck bestätigt wird, Katzen seien Einzelgänger.
Die Einzelhaltung von jungen Katzen läuft nicht nur in Wohnungshaltung (was sofort einleuchten sollte) den Bedürfnissen der Katze diametral entgegen, sondern auch bei geplantem Freilauf.
Ganz abgesehen davon, dass Freilauf nur nach erfolgter Kastration und vorzugsweise frühestens im Alter von 1-1 1/2 Jahren gegeben werden sollte (http://www.pfotenhieb.de/2011/06/19/freigang-katze-2/), werden junge Katzen nur in absoluten Ausnahmefällen von den Katzen der Nachbarschaft "adoptiert". Falls es sich bei den Freigängern der Nachbarn um eingespielte Gruppen handelt, werden sie ihr Revier gegen den Eindringling zu verteidigen suchen. Meist sind diese Katzen jedoch selbst als Kätzchen aus dem Gefüge der Muttergruppe gerissen worden und durch vom Menschen verordnete Einzelhaltung zu Einzelgängern gemacht worden, die zu keiner normalen sozialen Interaktion mit einem Kätzchen in der Lage sind.
Aus diesem Grund sollten Sie sich immer zur Haltung von zwei Katzen entschließen. Auch wenn die
Anschaffungskosten und die laufenden Kosten sich dadurch natürlich ebenfalls verdoppeln, können
Sie doch erhebliche Einsparpotentiale ausmachen, da leider viele Katzen in Einzelhaltung aufgrund
der Einsamkeit auf Dauer psychische Defekte, Ticks (Protestpinkeln) bis hin zur Zerstörungswut entwickeln können. Wenn die Haltung von mehr als einer Katze für Sie definitiv nicht in Frage kommt, sollten Sie
keinesfalls ein Kätzchen nehmen, sondern vielmehr auf eine erwachsene Katze aus dem Tierschutz
zurückgreifen, die aufgrund falscher Haltung oder traumatischer Erlebnisse in der Jugend zu einem
Einzelgänger gemacht wurde. Leider gibt es sehr viele Katzen, die dieses Schicksal teilen und sie leiden
besonders unter der erzwungenen Gruppenhaltung im Tierheim oder auf Pflegestellen.

3. Freilauf oder Wohnungshaltung (in Varianten)?

Freilauf ist die ideale Haltungsform in einer idealen Welt, aber nicht alle Katzen und nicht alle Wohngebiete sind gleichermaßen für Freilaufhaltung geeignet.
Die heutige Mobilität und Fahrzeugdichte lässt sich mit den traditionellen Verhältnissen noch vor
wenigen Jahrzehnten nicht vergleichen und vom motorisierten Verkehr geht die größte Gefahr insbesondere für junge unerfahrene Katzen aus.(http://www.agenda21-treffpunkt.de/archiv/00/daten/kfz.htm)
Aber auch die allgemein angestiegene Bevölkerungsdichte erschwert eine unbefangene Freigängerhaltung. Parallel zum Schrumpfen des Individualbereichs des Einzelnen sinkt die Toleranzschwelle in der Allgemeinheit, so dass es mehr und mehr zu Konflikten in der Nachbarschaft kommt. Aus gutem Grund haben Gerichte bisher einhellig entschieden, dass jeder Katzenhalter nur maximal zwei seiner Katzen gleichzeitig in Freilauf geben darf, um die Nachbarn nicht über die Gebühr zu strapazieren.
Hätten Sie geahnt, dass 3 von 1000 unauffälligen, unbescholtenen Mitbürgern Tierquäler sind und
diese dunkle Seite ihrer Psyche ausleben? (Unter Gewaltstraftätern liegt diese Quote sogar bei 60 %)
Vor diesem Hintergrund verwundern dann regelmäßige Medienberichte über ausgelegte Giftköder,
mit Fremdkörpern präparierte Würstchen und schlimmeres nicht mehr sonderlich.
(http://www.psychosoziale-gesundheit.net/pdf/%28Int.1-Tierquaelerei%29.pdf)
Weitere Gefahren drohen Freigängern durch landwirtschaftliche Maschinen, durch die Zulässigkeit der Bejagung, durch verschiedenste Gefahren wie ungesicherte Regentonnen, Kippfenster (vor allem
in Gartenschuppen), Giftköder, abgerichtete Hunde usw.
Vor der Entscheidung für Freilauf sollten Sie Ihr Wohngebiet unter diesen Gesichtspunkten prüfen
und hierzu am besten den Kontakt und Austausch mit Katzenbesitzern Ihres Wohngebietes suchen,
um eine realistische Einschätzung zu erhalten.
Oftmals stellen sich gerade vermeintlich ideale Freigängerlagen wie ländliche Regionen oder Tempo-
30-Zonen als gar nicht Freigänger geeignet heraus, weil sich regional besonders wenig an
Verkehrsregeln gehalten wird.
In allen Fällen sollten Katzen jedoch erst nach der Kastration und frühestens im Alter von 1 - 1 1/2
Jahren Freilauf erhalten, da junge Katzen, durch die Spielfreude abgelenkt, erheblich öfter
Verkehrsopfer werden.
Selbstverständlich kommen nur körperlich und geistig völlig gesunde Katzen mit doppelter
Kennzeichnung durch Chip und Tätowierung sowie Registrierung bei TASSO für Freilauf in Frage. Beachten Sie auch die Nachhaltigkeit Ihrer Lebensbedingungen. Das Leben einer Katze währt bis zu 20 Jahre. Selbst wenn Ihre derzeitige Wohnumgebung ideal für Freigänger ist, können Sie garantieren, dass in der heutigen mobilen Gesellschaft in dieser langen Zeit kein Umzug aus beruflichen oder  privaten Gründen nötig sein wird? Es ist schwierig genug, heute eine Wohnung zu finden, in der Katzenhaltung erlaubt ist, eine solche Wohnung dann in freigangtauglicher Umgebung zu finden gestaltet sich jedoch je nach Region als hoffnungsloses Unterfangen.
Rassekatzen sind aufgrund der Zuchtselektion auf menschenfreundliches Wesen und der auffälligen Optik im Freilauf besonders gefährdet, neue Besitzer zu finden, welche sich die Anschaffungskosten sparen möchten. Dies gilt in gleichem Maße auch für Rassemixe mit entsprechendem Aussehen und Charakter.
Auch reine Wohnungshaltung kann artgerecht gestaltet werden, wenn man die Katzen in charakterlich abgestimmten, harmonischen Kleingruppen hält; eine ausreichende Wohnungsgröße und katzengerechte Einrichtung (Kratzbäume, Catwalks, Fensterbankliegen...) bereithält; bereit ist, sich mit den Katzen zum Ausgleich intensiv zu beschäftigen und nur Katzen, die Freigang nicht oder nur kurz kennen gelernt haben, auswählt.
Die Sicherung des zur Wohnung gehörenden Balkons, so zulässig, stellt für Wohnungskatzen eine immense Steigerung der Lebensqualität dar (ungesicherte Balkone dürfen hingegen den Katzen wegen der Unfallgefahr keinesfalls zugänglich gemacht werden!).
In gleicher Weise bietet es sich an, eine Terrasse, einen Teil des Gartens oder sogar den gesamten
Garten für die Katzen zu sichern. Unzählige Beispiele für jede Gehegegröße, Geschmack und Geldbeutel finden Sie unter http://www.kattepukkel.de/html/freilaufwohnungshaltung.html .
Leinenfreilauf ist die anspruchsvollste Haltungsform, bei der am besten ein Plan B in der Hinterhand
gehalten werden sollte wie völliger Freilauf oder Gehegesicherung, falls die Katzen den Freigang über die Gebühr einfordern.
Wenn Sie die Anschaffung von Freigängern planen, empfiehlt es sich, im Tierschutz gezielt nach Katzen im Alter von zwei und mehr Jahren zu suchen, die Freilauf bereits kennen und ein freilaufgeeignetes, eher zurückhaltendes Wesen haben. Diese Katzen haben die besten Überlebenschancen in unserer heutigen, gar nicht mehr natürlichen Umgebung und leiden auch am meisten unter den beengten Verhältnissen im Tierheim oder auf Pflegestellen.
Wenn Sie hingegen Kätzchen ein Zuhause schenken, sollten Sie diese unbedingt die ersten eineinhalb
bis zwei Jahre in der Wohnung halten bis sie die kindliche Verspieltheit abgelegt haben und einen
freilaufgeeigneten Charakter zeigen.
Oder Sie entscheiden sich für reine Wohnungshaltung, idealerweise mit Balkon/Terrassensicherung oder Gartengehe, was die Vorteile von Wohnungshaltung und Freilauf in sich vereint.
Probieren Sie doch anhand dieses Test aus, was zu Ihnen und Ihrer Katze passt:
http://www.pfotenhieb.de/2011/02/17/freigang-katze/

4. Woher die passende Katze(n) nehmen?

Die für Ihre persönliche Lebenssituation geeigneten Katzen finden Sie im Tierheim oder auf Pflegestellen der Tierschutzvereine. Insbesondere wenn Sie nur eine Katze halten möchten oder Freilaufkatzen halten wollen, werden Sie unter den erwachsenen Tieren, die dort hoffnungsvoll warten, ihren passenden Kameraden finden.
Alljährlich verstopft eine regelrechte Kätzchenschwemme die Pflegestellen der Tierschutzvereine und Tierheime. Wenn Sie Interesse an Kätzchen haben, werden Sie in der grenzenlosen Auswahl dort sicher fündig.
Bitte nehmen Sie keine Kätzchen von Bauernhöfen oder Privatpersonen auf, wenn Sie nicht sicherstellen können, dass im Gegenzug die Katzenmutter kastriert wird. Leider beuten gewissenlose Katzenhalter ihre Katzen geradezu aus, indem sie sie oft mehrmals im Jahr Nachwuchs zeugen lassen, der gewinnbringend, ungeimpft, nicht entwurmt und viel zu früh von der Mutter getrennt versilbert wird. Jedes Kätzchen, das sie aus solchen Verhältnissen "retten" macht nur Platz für den nächsten Wurf dieser uneinsichtigen Zeitgenossen.
Falls Sie eine Vorliebe für Rassekatzen haben, sollten Sie unbedingt darauf achten, nur beim seriösen
Vereinszüchter zu kaufen. Am einfachsten erhalten Sie einen Überblick über seriöse Vereinszüchter auf den Informationsseiten unseres Vereins. Unsere Mitglieder haben sich freiwillig zur Gesundheitsvorsorge, die weit über die Anforderungen der Zuchtverbände hinausgeht verpflichtet und stehen den Besitzern ihrer ehemaligen Babys ein Katzenleben lang (und darüber hinaus) mit Rat und Tat zur Seite.
Alternativ können Sie sich bei Bekannten mit Rassekatzen nach empfehlenswerten Catterys
erkundigen. Auch wenn ihre Bekannten eine andere Rasse halten als Sie präferieren, kann doch der
von ihnen als seriös und vertrauenswürdig empfohlene Züchter gewiss einen ebensolchen auch
anderer Rassen empfehlen, da interdisziplinäre Zusammenarbeit für seriöse Vereinszüchter eine Selbstverständlichkeit ist.
Achten Sie bei der Wahl des Züchters Ihres Vertrauens unbedingt auf Vereinszugehörigkeit, Sauberkeit der Katzen und Wohnung, angemessene Katzenanzahl, vollständige Impfung und Gesundheitsvorsorge der Zuchtkatzen (FIV und FeLV-Tests, kardiologische Zuchtuntersuchungen sowie rassespezifische Gentests auf Erbkrankheiten).
Beim seriösen Vereinszüchter erhalten sie gut sozialisierte Kitten im besten Abgabealter von 13 - 16
Wochen vorzugsweise auch als Doppelpack. Vereinszüchter sind im Übrigen keine gewerblichen Züchter, dies wird von den Zuchtverbänden untersagt. Vielmehr sind sie echte Hobbyzüchter, als welche sich vereinslose Vermehrer oft verharmlosend bezeichnen.
Bitte sparen Sie nicht am Kaufpreis, indem sie zu einem vereinslosen Vermehrer gehen. Die Ausfertigung eines Stammbaums kostet je nach Verein zwischen 13 und 20 €, der Verzicht auf Papiere erklärt keinesfalls den erheblichen Preisunterschied. Stattdessen sparen Vermehrer an den Kosten für Gesundheitsvorsorge, Ernährung, lassen ihre Katzen häufiger als statthaft belegen und geben Kätzchen häufig auch zu früh oder nicht vollständig geimpft ab.
Angesichts der Unterhaltskosten von Katzen egal welcher Rasse kann jeder Katzenfreund, der in der Lage ist, die artgerechte Haltung seiner Katzen zu finanzieren, sich auch Rassekatzen vom seriösen Vereinszüchter leisten. Eine Wohnungskatze verursacht monatliche Kosten von 60 €, zusammengesetzt aus 40 € für artgerechte Ernährung, Kosten für Einstreu, erhöhte Reinigungs- und Müllkosten, anteilig Ausstattung und 20 € für eine Tierkrankenversicherung bzw. alternatives Ansparen dieses Betrags.
(http://www.aspect-online.de/artikel/wenn-die-katze-den-tierfreund-9000-euro-kostet/)
Freilaufkatzen verursachen etwas weniger Kosten im Unterhalt, die jedoch aufgrund der erhöhten
Tierarztkosten durch Parasiten, Infektionskrankheiten, Revierkämpfe und Unfälle in eine entsprechend erhöhte Tierarztkostenvorsorge fließen sollten.
Nimmt man nun diese monatlichen Kosten für ein Jahr zusammen (12 * 60,- € = 720,- €) so erhält man
ungefähr den Betrag, welchen ein Kätzchen vom verantwortungsvollen Vereinszüchter kostet.
In Folge dessen wird klar, dass jeder, der in der Lage ist, die monatlichen Kosten der Katzenhaltung zu
finanzieren, auch ein Rassekätzchen aus bester Zucht kaufen kann - er muss einfach nur ein Jahr lang
darauf sparen!

5. Erstausstattung für Katzen

Bevor die Katze(n) einziehen, sollte die notwendige Ausstattung bereit stehen.
Das wichtigste "Ausstattungsstück" für ein Kätzchen, eine junge Katze (unter 3-4 Jahren) ist - ein
Artgenosse!Bitte ermöglichen Sie Ihrem zukünftigen Kameraden ein artgerechtes Leben in Katzengesellschaft!
Weiterhin benötigt man für Wohnungskatzen Katzentoiletten mit Katzenstreufüllung, am besten entsprechend der Regel "1 pro Katze plus 1 für die Wohnung", da die meisten Katzen gerne individuelle Toiletten haben und auch gerne Kot- und Urinabsatz trennen. Auch für Freigänger empfiehlt es sich, mindestens eine Toilette für Schlechtwetterphasen und Krankheitszeiten vorzuhalten.
Wohnungskatzen brauchen unbedingt Kratzbäume um ihre Krallen zu schärfen, Duftmarkierungen zu hinterlassen und sich zu dehnen. Die im Zoohandel erhältlichen Modelle sind leider weder ergonomisch noch besonders haltbar. Ein Kratzbaum sollte mindestens eine durchgängige Kratzsäule in einer Länge von 90 bis 140 cm (abhängig von der Größe der Katze) aufweisen, um seiner Funktion gerecht zu werden. Im Internet findet man Vollholzkratzbäume mit sehr gutem Preis/Leistungsverhältnis.
Die Kletterlandschaft kann nach Belieben mit Catwalks, Wandkratzbrettern, Fensterbankliegen und
Wandhängematten ausgebaut werden.
Sehr wichtig ist die Sicherung der Kippfenster, nicht nur für Wohnungskatzen, sondern auch für Freigänger. Denn einerseits verbringen auch Freigänger geraume Zeit in der Wohnung, andererseits kann ihnen das gekippte Fenster aber auch zum Verhängnis werden, wenn sie versuchen, in die Wohnung zu gelangen. Das Kippfenstersyndrom ist eine meist lebensbedrohliche Verletzung durch die Quetschung innerer Organe und Nerven im sich nach unten hin verjüngenden Fensterspalt bis hin zu (Wirbel-)Knochenbrüchen. Falls eine Rettung möglich ist, zieht sich die Rekonvaleszenz oft sehr lange hin und beinhaltet eine sehr aufwändige Therapie. Zur Sicherung von Kippfenstern gibt es im Fachhandel verschiedene Sicherungssysteme, alternativ empfiehlt es sich, die Fenster mit stabilem Fliegengewebe (Petscreen) zu sichern und nur mit voll geöffnetem Fensterflügel Stoßlüften zu betreiben.
Weiterhin braucht es zwei Näpfe, bevorzugt aus Keramik pro Katze. Anstelle eines Wassernapfes
sollten Sie, insbesondere, wenn Sie nicht auf Trockenfutterernährung verzichten wollen, einen
Katzentrinkbrunnen aus lebensmittelecht glasierter Keramik anbieten.
Der Zoofachhandel bietet unterschiedliches Spielzeug für jeden Charakter an Katzen. Hier hilft es nur,
die jeweiligen Vorlieben Ihrer Katze(n) herauszufinden und darauf einzugehen. Als alternative Bezugsquellen für qualitativ hochwertiges und preisgünstiges Katzenspielzeug bieten sich regionale Rassekatzenausstellungen an. Dort kann man auch preisvergünstigt Messemodelle und Ausstellungsstücke von Kratzbäumen und sonstigem Katzenmobiliar erstehen.
Bitte verzichten Sie auf Halsbänder, -tücher, -ketten für Ihre Katzen, egal ob Wohnungs- oder Freilaufkatzen. Sie bergen ein großes Verletzungs- und Strangulationsrisiko, da selbst "Sicherheitsverschlüsse" nicht immer ordnungsgemäß auslösen.
(http://www.tierschutzverzeichnis.de/ti/ts_tipps_sicherheit_freilauf.html)

6. Artgerechte Ernährung

Ein sehr wichtiger Punkt in der Katzenhaltung ist die artgerechte Ernährung. Um die Bedürfnisse
unserer Katzen zu verstehen, sollte man sich zunächst mit ihrer Herkunft befassen: Alle Katzenrassen
(bis auf Hybriden wie Bengal und Savannah) stammen in direkter Linie von der afrikanischen Falbkatze
ab.
In den Wüsten- und Halbwüstengebieten der Herkunftsgebiete der Falbkatze gibt es kaum
Trinkwasser und wenn, ist es oft verdorben. Deshalb ist der Katze genetisch einprogrammiert, dass sie
ihren Flüssigleitsbedarf komplett über ihre Nahrung deckt und wenig bis nichts trinkt.
Die natürliche Nahrung von Katzen - Mäuse, Vögel, Reptilien - enthält rund 70% Feuchtigkeit, was sich
dem Organismus der Katze in den Jahrmillionen vor der Domestikation und ebenfalls in den 9000
Jahren seit der Domestikation felsenfest ins Genprogramm eingebrannt hat.
Nun ist folgendes zu beachten: Nassfutter enthält 65 – 80 % Feuchtigkeit - Trockenfutter aber nur 8 –
10 %.Dies erklärt ganz gut, weshalb Krankheiten wie CNI (Chronisches Nierenversagen) zu den modernen
"Zivilisationskrankheiten" der heutigen Katzen geworden sind: Der Harntrakt wird bei Ernährung mit
Trockenfutter einfach zu wenig durchgespült.
Das zweite Problem ist, dass Trockenfutter herstellungsbedingt große Mengen an Kohlenhydraten
enthält (auch die getreidefreien Sorten, hier werden andere kohlenhydratreiche Bindemittel wie z. B.
Süßkartoffeln verwendet).
In dieser Dissertation (http://elib.tiho-hannover.de/dissertations/schultza_2003.pdf) wurde
nachgewiesen, dass Katzen, die mit Trockenfutter ernährt wurden und denen künstlich das dadurch fehlende Wasser zugeführt wurde, so dass sie rein rechnerisch genauso viel Feuchtigkeit aufnahmen,
wie die mit Nassfutter ernährten, dennoch signifikant weniger Urin ausschieden, als die Katzen der
Kontrollgruppe, die mit Nassfutter und Wasser ernährt wurden. Die Forscherin ging aufgrund der
Ergebnisse davon aus, dass die Kohlenhydrate das Wasser an sich binden und so ein Teil der Flüssigkeit den Verdauungstrakt nicht über Niere und Blase, sondern über den Darm passiert. Womit erneut das Problem entsteht, dass die Nieren und Blase nicht ausreichend gespült werden.
Die Ergebnisse dieser Studie werden von Studien der Futtermittelindustrie selbst gestützt, die in der
Empfehlung der Industrie mündeten, ausgewachsenen Katzen maximal 20 g Trockenfutter am Tag zu
füttern, den Rest Nassfutter. (Für Kitten entsprechend weniger).
Das zweite Problem mit Kohlenhydraten ist, dass Katzen Kohlenhydrate direkt in Fett umwandeln und
nicht in Energie für die Muskeln umsetzen, wie Kalorien aus Proteinen und Fett. Der
Kohlenhydratgehalt der natürlichen Nahrung liegt bei 4 – 6 %, das sollte auch beim Nassfutter
angestrebt werden. (http://www.littlebigcat.com/)
Dies erklärt, warum Katzen, die mit Trockenfutter ernährt werden, häufig zu Übergewicht neigen.
Dagegen ist Fett für Katzen ein sehr wertvoller Energieträger der gut umgesetzt wird. Wussten Sie,
dass Mäuse aus bis zu 50 % Fett in der Trockenmasse bestehen?
Eine weitere Quelle an Dickmachern ist die hohe Energiedichte von Trockenfutter im Vergleich zu
natürlicher Nahrung und Nassfutter. Die übliche Futterration einer Katze ist die Menge, die einer
Maus entspricht. Durch diese Menge ist ihr Magen angenehm gefüllt, sie fühlt sich gesättigt, putzt
sich und legt sich entspannt zur Ruhe, um nach einigen Stunden erneut diese Menge zu sich zu
nehmen. Dies wiederholt sich mehrfach über den Tag verteilt. Wenn eine Katze aber dieses Volumen
als Trockenfutter zu sich nimmt, entspricht bereits eine Mahlzeit je nach Sorte 3/4 bis zum 1 ½-
fachen ihres Tagesbedarfs an Energie. Wenn man das weiß, wird einem klar, wieso so viele Katzen zu
moppelig bis richtig dick sind, selbst wenn sie über unbegrenzten Freilauf verfügen.
Durch chronisches Übergewicht steigt jedoch das Risiko für Herz-/Kreislauferkrankungen und Diabetes!
Die artgerechte Nahrung von Katzen besteht also zu ca. 70 % aus Wasser und die restliche
Trockenmasse aus maximal 4-6 % Kohlenhydraten; der Rest sollte sich aus Proteinen, Fett, Mineralstoffen und Ballaststoffen zusammensetzen. Unter industriell hergestellter Katzennahrung entspricht diesen Anforderungen am ehesten Nassfutter in Dosen, Beuteln oder Tetrapacks.
Man kann auch sehr gut ausschließlich Nassfutter füttern, wenn man voll berufstätig ist.
Nehmen wir an, Sie stehen um 6.15 h auf und gehen um 7.30 h aus dem Haus - dann geben Sie
einfach sofort nach dem Aufstehen, noch im Pyjama, die erste kleine Nassfutterportion. Und bevor
Sie das Haus verlassen, stellen Sie dann noch mal eine Nassfutterportion hin. (Wenn man Fliegengitter
an den Fenstern hat, kann man Nassfutter bedenkenlos etwas länger stehen lassen, notfalls an heißen
Sommertagen Kühlakkus unterlegen - wobei die Katzen dazu übergehen, die angebotenen
Futtermengen zeitnah zu konsumieren) Nehmen wir an, Sie kommen um 17.30 h nach Hause, dann
servieren Sie gleich nach dem Heimkommen wieder eine Portion. Die nächste gibt es dann noch mal
um kurz vor acht Uhr vor der Tagesschau, ein weiteres mal um halb 10 wenn der Hauptfilm vorüber
ist (wenn man sich es nach dem Fernsehprogramm einteilen möchte) und insbesondere im Sommer
dann noch mal einen Mitternachtssnack, bevor Sie ins Bett gehen.
Das ergibt 4 bis 5 kleine Mahlzeiten am Tag - deshalb braucht es gar keinen Trockenfutternapf, der
ständig da steht und dazu verleitet, "schnäkig" zu werden.
Falls Sie Hilfe brauchen bei der Ernährungsumstellung Ihrer Katzen, so finden Sie auf unserer Website
bewährte Tipps erfahrener Katzenhalter.

© 2012 Sabine Hilderhof http://www.kattepukkel.de
 

 

 


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